Mental Overload im Lockdown

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Und plötzlich ist es da!

Das Gefühl, dass alles einfach zu viel ist, man keine Kontrolle mehr hat, überfordert und durchweg genervt ist. Wir haben unser Leben nicht mehr im „Griff“.
Der aktuelle Lockdown bringt alles zum Vorschein, was wir Menschen fürchten. Kontrollverlust, Angst vor dem Ungewissen, und das Leben steht Kopf.

Was ist eigentlich „Mental Overload“?

Als ich vor einigen Jahren das erste Mal den Begriff „Mental Overload“ gelesen habe, war mir sofort klar, was er bedeutet, da ich mich absolut damit identifizieren konnte.
Die Definition variiert etwas, abhängig davon, in welchem Land wir leben. In Deutschland wird der Begriff hauptsächlich Frauen und Müttern zugeschrieben. Das macht mir nochmal ganz bewusst, dass wir in Deutschland noch zu stark in alten Rollenbildern und Stereotypen denken. Das ist aber ein anderes Thema.
Mental Overload beschreibt den Zustand innerer Erschöpfung und Überlastung, der dann entsteht, wenn man zu viele „unsichtbare“ Aufgaben, also Denkarbeit, zu bewältigen hat. Dabei handelt es sich meist um viele kleine Aufgaben, die nie explizit benannt werden, sondern einfach nebenher laufen. Im Unterschied zum Burn-out bezieht sich Mental Overload vorallem auf das private Umfeld und To-dos rund um Haushalt und Familie, während Burn-out auf das Gefühl des Ausgebranntseins im Beruf bezogen ist.

Wie unterscheide ich zwischen Burn-Out und Mental Overload?

Ich glaube fest daran, dass der Mental Overload nicht nur bei Frauen entsteht und, dass im aktuellen Lockdown die Unterschiede zum Burn-out (im Beruf) und Mental Overload (im Privatleben) ineinander übergehen.
Die Unterscheidung finde ich auch mehr als fraglich, denn ich bin Alleinerziehende und Vollzeit berufstätig – für welchen Zustand entscheide ich mich dann?
Ich bin davon überzeugt, dass dieses Phänomen unserer modernen, stetig zu optimierenden, nach ständiger Perfektion strebenden Gesellschaft, keinen Unterschied beim Geschlecht macht.

Was können wir tun um einen Mental Overload zu vermeiden:

Was können wir tun, um das Außenstehende zu ignorieren und selbst zu schauen, was wir für uns wollen? Oder auch einfach, was für uns ganz individuell am besten ist?

Aufhören mit der ständigen Optimierung! Immer das Beste aus allem rausholen zu wollen und alles immer und ständig unter Kontrolle haben zu wollen. Das Leben auch mal passieren lassen! Kein vermeintlich perfektes Leben anstreben! Das wäre ein erster Schritt.

Muss ich immer und ständig Perfektion anstreben? Ich muss hier an meinen ehemaligen Chef denken, der mir vor sehr langer Zeit die 80/20 Regel beigebracht hat.
Das Pareto-Prinzip, auch Pareto-Effekt oder 80/20-Regel genannt, besagt demzufolge: 80% der Ergebnisse können mit 20 % des Gesamtaufwandes erreicht werden. Die verbleibenden 20% der Ergebnisse benötigen mit 80% die meiste Arbeit. Was einfach gesagt bedeutet, dass wir nicht immer perfekte 100% anstreben müssen, sondern auch ein geringerer Anteil zu einem zufriedenstellenden Ergebnis führt.

Was sollten wir gerade im Lockdown beachten?

Hinzu kommt, dass jeder ganz unterschiedliche Kapazitäten und Energielevel hat. Das sollte gesehen und akzeptiert werden. Gerade jetzt viel mehr als vorher, da die derzeitige Ausnahmesituation einiges von uns allen abverlangt. Wir müssen nicht perfekt sein!

Und wie singt John Lennon in seinem Lied Beautiful Boy: ”…life is what happens to you, while you’re busy making other plans…“. Also genieße auch das hier und jetzt und lass’ das Leben auf dich zukommen.

In unserem Podcast gehen wir näher auf die Symptome, unsere blinden Flecken, Strategien und gesunde Alternativen zum Mental Overload ein.